Gleich mal was dazu gelernt: Konzerte müssen nicht um 21 Uhr anfangen und um 23 aufhören. In der Hauptstadt fängt so ein Event auch schonmal um 0 uhr an, und wenn man um 0:30 ankommt ist noch keiner da.
Kurz vor zwei dann aber: Roll Deep aus London. Normalerweise ja 13 Leute, dieses mal nur fünf. Mehr passen aber ohnehin nicht auf die Bühne, zumal selbige auch noch von zwei Kameraleuten und einigen Fotografen bevölkert wird. Kurzum: es ist eng. Und es wird heiß und laut.
Wer nach dem famosen
Album dachte, das Konzert müsse ebenfalls so glattgeschliffen und R&B-lastig klingen, der hat noch nie die "Let it Out"-Version auf dem ersten "Run The Road"-Sampler oder "When I'm Ere" in der Wiley-Remix-Version (auf der "The Avenue"-Maxi) gehört.
Will sagen: Roll Deep können, wenn sie wollen, richtig dreckig rumpeln. Und sie können eine Menge so zum Kochen bringen, dass eine knappe Stunde Spielzeit (Nachträglicher Buh-Ruf an dieser Stelle) ausreicht, um die Decke tropfen zu lassen.
Zwischendrin aber eine unglaubliche Wucht an Beats und Rhymes, und eine Crew, bei der ein wenig Chaos nicht im geringsten stört, da jeder einzelne für sich wieder so tight ist, dass man sich ohnehin nur vom Sound überrollen lassen kann. Dafür lassen sich Roll Deep dann von der Menge über (oder unter?) rollen: habe schon lang keine derart begeisterten Musiker mehr gesehen. Und kein derartig heftiges Konzert, schon gar nicht um 2 Uhr nachts.
Um im Jargon zu bleiben: Wicked!
Kompletter Gegenentwurf zum vorigen Tag bei Roll Deep: Immer noch im Grunde genommen HipHop, dieses mal aber nicht von unterprivilegierten Minderheiten sondern, wie es Alias formuliert: "I am a white guy from Maine, but I still can sing about these thing
Aufgenommen: Dez 20, 15:22