Kompletter Gegenentwurf zum
vorigen Tag bei Roll Deep: Immer noch im Grunde genommen HipHop, dieses mal aber nicht von unterprivilegierten Minderheiten sondern, wie es Alias formuliert: "I am a white guy from Maine, but I still can sing about these things".
Alias übrigens der coolere an diesem Abend, wenngleich nur in die Eröffnung eingebunden: Heftige aber sehr intelligente Beats, immer geradeaus gerappt und trotz Geschwindigkeit und qualität der Reime aggressiv genug um richtig Spaß zu machen.
Was Why? angeht: nun, ich hatte mich ja eigentlich richtig auf das Konzert gefreut, nachdem mich das letzte
Album mit seiner lässigen Mischung aus HipHop, Indie-Rock und ein wenig Folk ein klein wenig begeistern konnte.
Aber schon da war mir klar: mehr Indie tut nicht gut, auch wenn ich die "alles langweilige Schlaumeier"-Ablehnung mancher gegenüber einigen Anticon-Acts nicht so recht verstehen, geschweige denn teilen konnte. Wieder etwas gelernt: Statt ein wenig gerader nach vorne zu gehen verliern sich Why? schon sehr schnell in zu viel Gitarre und zu viel Hippietum. Kann ja auch spaß machen, aber auch nur so lange sich die Klischees nicht zu sehr aufdrängen.
Gut, es war kein schlechtes Konzert, und mit ein wenig Engagement hätte man auch die Interpretation verzeihen können. Aber Funken die überspringen sehen anders aus, die Ablehnungshaltung oben beschriebener Kritiker wäre zumindest voll bestätigt worden und ich habe auch schon besseres gesehen, beispielsweise zuvor im gleichen Saal.
Warum der Merchandise-Mensch schon lange vor Konzertende abbaut würde ich im übrigen auch noch gerne wissen. Zwölf Euro für eine Vinyl-LP kamen mir nämlich güntig vor, die hätte ich gerne noch ausgegeben.