
Label: Warp
„Mirrored“, das nun endlich vorliegende Debütalbum der Battles, ist ja wohl wirklich das Konsensalbum der ersten Jahreshälfte. Und zwar absolut verdient. Völlig egal, ob das nun eher den elektronischen Spielarten oder irgendeiner Version von Indie-Rock zugeordnet wird – die Battles sind beides auf einmal und vor allem ist ihr Ganzes definitiv mehr als nur die Summe der einzelnen Teile. Das Highlight der Platte war allerdings schon vor deren Veröffentlichung bekannt: „Atlas“, ein Song, der sich nach anfänglicher Skepsis zum ultimativen Hit des Jahres mausert. Gut 7 Minuten stampft dieses höchst funkige und ansteckende Rhythmus-Monster vor sich hin. Und weder die Melodie, noch der wilde Mickey Mouse inspirierte Gesang wollen wieder aus den Gehörgängen verschwinden. Der Rest des Albums ist dann weniger hit-basiert, aber deshalb nicht weniger spannend. Das Vier-Mann-Unternehmen aus New York präsentiert musikalische Avantgarde zwischen Jazz-Experiment, Funk, Postrock und Soundcollagen mit einer grenzüberschreitenden Lockerheit. Obwohl diese Musik einerseits abstrakt, komplex und anspruchsvoll wirkt, ist das Ergebnis keineswegs nur als „verkopft“ zu bezeichnen. Das Album verdient auch Attribute wie Schönheit und Intensität. Trotz aller mathematischen Rhythmen vergessen die Battles also nicht das Spiel mit einladenden Melodien. Egal welche Instrumente die New Yorker auf „Mirrored“ zum Einsatz bringen – alles gründet auf Rhythmus, Strukturen und Beats. Und damit haben sie die mit aufregendste Musik dieser Saison erschaffen.
http://www.myspace.com/battlestheband