
Ist „But Then Daryl Sings Again“ das erste Stück, was einem von Cargo City begegnet, ließe sich hinter diesem Projektnamen wohl ein klassisches Singer-/Songwriter-Album vermuten. Das Stück ist eine wunderschön-brüchige Ballade, von Piano und Stimme getragen und völlig frei von Pathos. Dies ist Musik, die mit einfachen Mitteln berührt und keine effekthascherischen Elemente benötigt. Cargo City ist der Frankfurter Musiker Simon Konrad und eine fünfköpfige Bandbegleitung, die auf ihrem zweiten gemeinsamen Album einige überzeugende Indiepop-Stücke kredenzen. Zu hören gibt es ausgefeilte Folkpop-Arrangements mit dem obligatorischen Glockenspiel, allerhand Akustikgitarren, aber ebenso einige elektronische Spielereien. Egal welches Tempo die Stücke haben, sie eint ein leichter Hang zur bittersüßen Melancholie, selbst wenn ein Stück wie „Euphoria/Nostalgia“ richtig euphorisierend wirkt. Anfangs war ich von dem Album „On.Off.On.Off“ gar nicht mal so begeistert, da der Musik trotz der markant-samtigen Stimme von Simon Konrad ein wenig die unverkennbar eigene Handschrift fehlt. Doch dafür hat die Band ein sehr gutes Gespür für ein gewinnendes Songwriting und dem Erzeugen atmosphärischer Stimmungen. Auch an Abwechslung fehlt es dem Werk nicht. Da sind knackige Indie-Hits wie „Rearview Mirror“ oder „On.Off.On.Off“, oder eben auch prächtige Balladen, wie den eingangs genannten Song oder das Duett „Flowershops in Hospitals“. Cargo City punkten gewiss nicht mit Originalität, dafür aber mit einem nicht zu unterschätzenden Maß an Charme.