
Bei den ersten Berührungen mit dem neuen Anthony Rother Album „Popkiller 2“ war meine spontane Empfindung, dass diese Platte durchaus recht reizvoll klingt. Gleichzeitig konnte ich jedoch das Gefühl nicht ganz abstellen, dass mir die zehn Stücke mit ihren markanten Refrains und Melodien ein wenig zu plakativ ausgefallen sind und mehrere Tracks zu sehr in Richtung „großer Hit“ getrimmt sind. Doch bei der weiteren Beschäftigung mit diesem Album ging mir diese leichte Ablehnung irgendwann komplett verloren. Im Gegenteil: Gerade die Nähe zum Pop und der Flirt mit zündenden Melodien, lässt dieses Werk von der Masse an Elektro-Platten abheben. Dass ein Produzent wie Anthony Rother mit seinem fünften Album noch immer weiß, wie elektronische Musik funktioniert, dürfte sicher keine Überraschung darstellen. Mit kühler Ästhetik flirtend, beherrscht Rother es eindrucksvoll, akkurat angelegte Club-Tracks zu zimmern, die atmosphärisch bestechend sind und trotz teilweise epischen Formats nicht zu langweilen beginnen. Durch den vorhandenen Pop-Appeal funktionieren die meisten Stücke dieses Albums zudem nicht nur im Club, sondern auch im Wohnzimmer. Der erfolgreich angelegte Spagat für die gleichzeitige Tanzflächen- und Heimeignung ist bei Techno-Platten natürlich kein Novum mehr und auch so schafft es ein Anthony Rother nicht, dem Genre neue Impulse zu verleihen. Dennoch ist dies aber ein Werk, welches sich das Prädikat „Qualitätsarbeit“ verdient hat.
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