Das hier macht mich noch fertig. Wie kam es, dass The Picturebooks vor circa einem Jahr so bei mir einschlugen, ich sie dann fast! vergaß, nur um dieser Tage bei "Artificial Tears" wieder zu denken: herrje, wieder ein Album wie aus einem Guss. Klingt sie auch wie die (geschickt) zusammengeklauteste unter den deutschen Rock-Newcomern, sie gehört momentan vor allem zu den unterhaltsamsten und geeignetesten Bang Bang Rock'n'Roll-Maschinen für Einsteiger und, ja, Ahnungslose.
Wie die Band ankündigte, soll im nächsten Jahr Album Nr.3 fertig sein. Scheint, man bekomme heute nur noch mit derlei Aktionen einen Fuß in die Tür. Die Jungs machen jetzt jedenfalls ernst. Eine ähnliche Sprache spricht da zum Beispiel auch (wieder hier ein leidiges Thema aber da muss man auch mal durch wollen) das CD Cover: Einstmals babyblaues Wohlfühl Design tunchte man für "Artificial Tears" glutrot, die Band davor wie drei Waldschrate, die ein Jahr lang felsige Wälder durchwanderten, nur um sich zum Schluss eine Kippe anzuzünden. Des dritten Albums Cover darf dann ja nur noch schwarz werden. Und sowieso: diesmal nahm man sich selbstbewusst heraus, den Opener "I Put A Spell On You" zu nennen, auch wenn der mit seinem bekannten Namensvetter nicht viel gemein hat. Und unser aller "I got 99 problems but the bitch aint one" transkribiert die Band zu einem "Running Out Of Problems (You Can Have Some Of Mine)". Schreibt man so Geschichte (um)? Das gediegene "Dance Tiger Dance" mit seinem hohem Ruhepuls bedient dann jede Lust auf mantrische Schleifen. Aber wieder kann man nicht meckern, kann man sich aber auch nicht reiben. Eingängig, ja. Glatt zuweilen eben auch.
Das Konzept Picturebooks bedarf keines weiteren Aufschreis, letztlich keiner weiteren Beschreibung und: geht so auf. Denn wirft man der archetypischen Rockhaltung der Band am Ende noch fehlende Originalität vor, bescheinigt man damit nur, dass ihre spürbare Qualität mit weit höherem gemessen werden will und gemessen werden kann. Das allein darf einer so jungen Band reichen, den Aufwind bis 2011 zu behalten. The Picturebooks bleiben eine der wichtigsten Nachwuchsrocker Deutschlands.
lustig, hatte hier den Artikelt zum ersten Album gelesen und dann tatsächlich auch die Band vergessen. Aber vor kurzem erst in Darmstadt auf dem open Air gesehen und die haben mich weggeflasht!!!!! Gross. neues Album ist super. Werde das nicht mehr vergessen...Versprochen.