Die südliche Feuerradgalaxie im Sternbild Wasserschlange ist ein komplexes Gebilde. Fern und doch vertraut an unserem Himmel, unerreichbar über uns funkelnd, vertraut und doch entrückt.
Der perfekte Namensgeber für M83, die nach der astronomischen Bezeichnung Messier 83 benannt haben, und vielleicht nicht der beste Vergleich, so mit den Sternen, wo die Galaxie doch 15 millionen Lichtjahre entfernt ist, und die französische Band direkt vor mir auf der Bühne steht. Der Sternenhintergrund, in diesem Fall farbwechselnde Lampen, ist jedoch immerhin ähnlich und die Faszination, nun...

Doch von vorne: "Nee, ins Übel & Gefährlich geh ich nicht mit, total überschätzter Hipsterladen mit scheiß Soundsystem". Guter Anfang für das erste Konzert in der fernen Stadt, in der ich nun seit drei Wochen wohne. Dann eben alleine hin. Und tatsächlich, Sound habe ich besseren erlebt. Lüftungsanlagen auch. Vorbands übrigens auch. Ehrlicherweise weiß ich nicht mal mehr, wie sich der Mensch nennt, der das Konzert eröffnet hat. Und lustigerweise lässt sich das auch gerade nicht recherchieren. Habe ich mir aber angehört, zwanzig Minuten lang. Ein Mensch, der Gitarre spielt, während Elektronik vom Gerät kommt. Manchmal singt er auch, manchmal hat er aber nichts zu tun, triggert die nächste Sequenz an und wippt dann so mittelmäßig rhythmisch.
M83 hingegen haben eine Präsenz, um die sie manche Stadionband beneiden darf. Und die Musik sowieso. Zwischendurch merke ich, dass ich älter geworden bin. Keine erste Reihe mehr, kein Getümmel, irgendwann muss ich kurz Stöpsel holen, um meine Hörsturzgeschädigten Ohren nicht zu sehr zu belasten. Immerhin habe ich keine Gefahr, Rheuma zu bekommen, bei der Hitze.
Beeindrucken kann mich die Band aber auch in Reihe 20. Schweiß, Energie, Liebe zur Musik und zu den Fans. Keine großen Ansagen, ein 90-Minütiger Ritt durch die letzten drei Alben (natürlich sowohl mit "Midnight City" als auch "We Own The Sky") und mit "Sitting" eine kurze Erinnerung an das Debut. Begeisternd.