Label: Full Time Hobby
Magisterschlussstress geplagt, verbrachte ich neulich eine kurze Auszeit, nicht, wie in meiner Generation üblich, in den heißesten Party-Metropolen des Kaukasus oder den abgelegensten Tälern der Philippinen, sondern schön provinziell in Berlin und auf Usedom, eben dort, wo sich Altnazi und Jungnazi leise 'Heil Hitler' flüstern, bevor sie in ihre grauen Eigenheime mit - Achtung, Slang! – 'FeWo' im Keller ('Haus Traute Heimat', 'Haus Vineta', 'Haus Klabautermann' etc.) huschen. Wo die Wellen der Ostsee friedlich an den Strand plätschern, wo der Wind fegt und die Kiefernwälder grünen. Wo die Windsurfer länger auf die Wogen warten als anderswo. Dort sollte man
Hooded Fang hören. Denn die machen Musik, als läge Kalifornien am Mare Balticum: Ein wenig kälter, ein wenig weniger prächtig, die Sonne stets ein wenig verblasst. Surfmusik, die produziert ist wie in den goldenen Zeiten, schön klirrend und trocken, und sogar mit Retro-Spielzeit: Sieben Songs, drei kurze Zwischenspiele, 23 Minuten dauert
Tosta Mista. Länger hat's früher auch niemand gebraucht. Zu bemängeln lediglich: Ganz so leidenschaftlich wie die zeitgenössischen Boys & Girls aus der scheinbar deprimierenden Dauersonne, genannt seien Wavves und Best Coast, hauen die Kanadier ihren garagig-psychedelisch verbändelten Pop nicht raus. Und die Songs leider auch nicht immer so richtig rein. Spätestens mit dem pomadigen
Den of Love schwofen dann aber auch 'diesen kleinen Tümpel' verfluchende Surfer des Abends zufrieden über den Ostseestrand.
Tour:
18.05.2012 - Maifeld Derby Festival (Mannheim)
20.05.2012 - Molotow (Hamburg)
21.05.2012 - Gebäude 9 (Köln)
22.05.2012 - Atomic Café (München)
Klang: