
Drei Jahre haben Maximo Park nun pausiert. In Interviews zum neuen und vierten Album „The National Health“ geben sie offen zu Protokoll, dass die Begeisterung für ihre Band zuletzt ein wenig gelitten hat. Das 2009 veröffentlichte und unbestreitbar schwächste Maximo Park-Album „Quicken the Heart“ hat auch einen entsprechend müden Eindruck vermittelt. Nach der selbst auferlegten Pause sind sie nun also wieder zurück und Sänger Paul Smith bezeichnet ihr neues Werk sicher nicht frei von Ironie als die Greatest Hits Platte, die sie nie hatten. Natürlich ist ihr nahezu makelloses Debüt bereits ein reinrassiges Greatest Hits Album, doch Smith ordnet mit seiner cleveren Aussage das neue Werk dennoch ziemlich treffsicher ein. Ja, Maximo Park können nach einem schwächeren Band-Album und mehr oder weniger okayen Solo-Alben noch größere Hits aus dem Hut oder Smiths Melone zaubern. Und ja, die Band aus Newcastle verzichtet komplett auf musikalische Experimente oder irgendwelche Neuerfindungen und Weiterentwicklungen. Das Quartett hat einfach den Akku wieder aufgeladen und schickt 13 neue Stücke unters Volk, die ebenso gut auf die bisherigen drei Alben gepasst hätten. Vielleicht lassen sich mit ein wenig Phantasie ein paar neue Klang-Nuancen entdecken, doch nahezu alle Gitarren- und Keyboardsounds klingen vertraut. Ob diese simple Fortsetzung genug für einen Freudensprung ist, muss wohl jeder mit sich selbst ausmachen. Maximo Park beherrschen ihr Handwerk jedenfalls noch immer und wirken auf ihrem vierten Album erstaunlich ungestüm jugendlich. Das brillante Gespür für das Timing eines Songs ist noch immer da. Die Melodien sind auf mehreren Stücken absolut großartig und Paul Smiths Texte sind klug wie eh und je, egal ob der Gesellschaft der Spiegel vorgehalten wird oder zwischenmenschliche Beziehungen das Thema sind. Ich selbst hadere übrigens ein wenig mit „The National Health“. Auf der einen Seite freue ich mich irrsinnig über die brillanten neuen Stücke wie das hymnische „Hips And Lips“ oder das düstere „Balieue“, doch andererseits hat der musikalische Stillstand die Folge, dass mich diese Musik einfach nicht mehr so mitreißt wie das 2005 mit dem Erscheinen von „A Certain Trigger“ noch der Fall war. Und so wird das sicher vielen Bewunderern dieser englischen Band gehen.
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