19. March 2012
/ Kategorie: Reportagen
Liebes Problembär Records,
lieber Broken Silence Vertrieb,
lieber Hoanzl Vertrieb,
Danke! Ihr habt mir ein Geschenk gemacht. Wie das geschehen konnte? Na, vor 52 Tagen bestellte ich im (letzten) Plattenladen meiner Stadt eine Problembär-Schallplatte ('Schwunder' von „Nino aus Wien“), die ich heute endlich erhielt. 52 Tage klingt ganz schön lang. Warum das so lange dauerte? Die Antwort müsste lauten: ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass ich in diesen 52 Tagen durchlebte, was vor vielen Jahren noch ganz normal war, glaube ich. Man sagte mir, es würde ein bis zwei Wochen Lieferzeit schon brauchen. Aber Pustekuchen. Wie war das mit dem digitalen Zeitalter noch gleich?
Nach 7 Tagen dachte ich zum ersten mal wieder an meine Bestellung. Ich sollte per SMS über die Ankunft informiert werden. Hier begann das Warten. Ich war sicher, die Platte zum Ende der nächsten Woche in meinen Händen zu halten und dann irgendbald darauf aufzulegen..
Nach 21 Tagen fing ich an, mir „leichte Sorgen“ zu machen und erwog die Möglichkeit, mal im Laden vorbei zu schauen ... natürlich nur, um mal „gaanz entspannt“ nachzufragen. Tat ich dann doch nicht und fands befriedigender, mir Musik vom Nino-Album auf YouTube immer wieder anzuhören und ziellose Recherchen zur Band zu betreiben... Amadeus Nominierungen... auch interessant die Gruppe „Kreisky“. Vielleicht SPÖ-nah.
Nach 28 Tagen begann ich dann bei Kneipengesprächen irgendwann das Thema auf meine Plattenbestellung zu lenken, und mich zu echauffieren über diese lahmen Transportwege. Und dann alles nur für diesen schmächtigen Kerl aus Wien, der im Übrigen … und außerdem ... aber trotzdem...! Einige konnten mich verstehen und ich empfahl ihnen dafür Ninos Debüt „The Ocelot Show“. Danach gabs Schnaps.
Nach 35 Tagen erste zittrig-pragmatische Überlegungen. Distanz zwischen hier und Wien: 818km. Fährt man über Prag, verlängert sich die Strecke um 39 Minuten Reisedauer – ohne die österreichischen Klischees eingerechnet zu haben. Und was wenn die Platte im Zoll feststeckt? Denn: Wien liegt ja gar nicht in Deutschland. Da wurde mir erst bewusst: Ich hatte im Ausland bestellt. Das erklärte und entschuldigte einiges ... aber beunruhigen konnte es nur wenig. Tagträume, in denen ich in Wiener Hinterhöfen im Müll einer gewissen Platte nachspüre, häuften sich bis dahin trotzdem.
Nach 42 Tagen dann endlich ein persönlicher Durchbruch. Ich rief ungeduldig im Plattenladen an: „ich weiß, ihr würdet mir eigentlich ne SMS schicken, aber...“, ging wenig später persönlich hin: „ich weiß, ich hab gestern schon angerufen, aber...“, und ging wenig später wieder hin: „ich wollte nur noch mal gaanz kurz fragen ob, ...“. Und jedes Mal Absagen. Und jedes Mal wuchs das dumpfe Begehren nach dieser verdammten Musik – Ninos Song „Plurabelle“ konnte ich längst auswendig.
Aber dann! Nach 51 Tagen! Das Handy vibriert, es unterbricht meine schwelende Agonie, mein seelisches Fingernagelkauen. Und ich lese: „Hallo. Die 'Nino aus Wien' lp kann jetzt abgeholt werden :)“ Ganz “cool“ gelang es mir, meine allgemeine Empörung und Ehrverletzung hinter ungewollt großen Kinderaugen zu verbergen, meine offenen Fragen und inneren Widersprüche, gegeneinander weg zu dividieren, und überzogene Schuldzuweisungen und durchstandene Krisen letztlich als Sieg des Charakters zu verbuchen, als ich am Tag darauf beim Betreten des Plattenladens mit dem inzwischen stark zerknitterten Abholschein winkte. Natürlich war ich der erste Kunde des Tages.
Und da war sie dann. Die Verkäuferin musste selbst schmunzeln „“Nino aus Wien“? Ach, diiee, jaa.“ und schob mir grinsend das Album über die Theke. „Macht dann 19,90 Euro.“ Ich wusste, dass vor 52 Tagen ein anderer Preis abgemacht war. Ich wusste, dass da was drauf geschlagen wurde. Aber das war in diesem Moment der Glückseligkeit ja egal. Es war auch egal, dass die Papphülle schon ein, zwei Macken hatte – vielleicht hat ein tschechischer Zollbeamter kurz drauf gesessen? - , und auch egal, dass die LP offensichtlich ohne Booklet geliefert wird. Und auch das LP Inlay war ein einfaches Papier-Inlay, und wirkte so schmucklos wie die Platten in Flohmarkt-Plattenkisten. Und auch war egal, dass es da gar keinen Download Code gab, und ne beigelegte CD des Albums sowieso nicht... Alles egal. Hauptsache mitnehmen jetzt. Und ich wusste: ich würde alles das wieder machen. Wie früher. Und nichts konnte ihn stören, den perfekten Heimweg …
in diesem Sinne.
glückliche Grüße,
euer Lukas Lassonczyk
1. February 2011
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 Und gleich im Anschluss ein kurzes Interview mit Martin Steer von pandoras.box über Fritten, Politik und Zukunft…oder so. Selbst lesen!
"Interview - Martin Steer von pandoras.box" vollständig lesen
23. January 2011
/ Kategorie: Reportagen
Wenn es in den letzten Jahren gute TV-Dokus über Musik gab, dann waren die leider meistens aus Großbritannien. Immerhin gibt's heutzutage Vimeo, macht also nicht mehr so viel. Ansehen!
Synth Britannia from COMPLEX on Vimeo.
12. February 2009
/ Kategorie: Reportagen
 Da stellt man sich an, um sein bestes Englisch auszupacken und dann sowas. Wunderbar!
Das Doughty-Interview "unübersetzt" und triefend authentisch im überaus charmanten Deutschlish (nicht Denglish!). Exklusiv bei echoes-online! 
"Interview mit Mike Doughty zu "Introduction"" vollständig lesen
15. May 2008
/ Kategorie: Reportagen
 Viel geredet wieder über das Verschwinden des Gesamtkunstwerks durch die Reduktion auf die reine – digitalisiert komprimierte – Musik durch Downloads, viel gehört zu Fetischismus, Haptik und Wertkonservatismus angesichts des Trends back to vinyl. Viel zu wenig Aufmerksamkeit dagegen dem geschenkt, um was es tatsächlich geht: Nicht nur um Musik nämlich, nicht nur um das Medium, sondern gerade um die Verbindung von Verpackung und Inhalt, um die optische Umsetzung, mit der man noch vor dem Hören konfrontiert wird und die durchaus die Rezeption des Gehörten um eine Dimension erweitern kann. Nicht nur, aber gerade, wenn sie gut ist.
Statt The Notwist zu interviewen also: Yokoland. Denn das Cover zu The Devil, You + Me hat sich einen Platz in meiner Rangliste der schönsten Plattencovern aller Zeiten erobert, noch bevor das Album in meiner Anlage gelandet ist: Es pendelt zwischen Paradies und Erlösung, Depression und Suizid, der Mensch als Teil der Natur, aber auch der Mensch, der sich die Natur katalogisiert hat, die Natur eher im bunten Bilderbuch schön findet als ‚in echt’. Ein faszinierendes, vielschichtiges Kunstwerk also, auch unabhängig von der Musik.
In der Osloer Designkooperation Yokoland experimentieren die beiden Gründer Aslak Gurholt Rønsen und Espen Friberg mit ihrem Kunstentwurf, arbeiten an Covern und Plakaten, sie geben Bücher heraus (beim Verlag Die Gestalten) und hatten Austellungen in ganz Europa. Aslak stand uns für ein kurzes Interview zum Notwist-Cover zur Verfügung.
"The Notwist - The Devil, You + Me: Interview mit den Cover-Designern Yokoland" vollständig lesen
23. April 2008
/ Kategorie: Reportagen
 Claus Grabke stellte sich echoes-online für ein kurzes Interview über musikalische Einflüsse, seine Heimatstadt Gütersloh und seine Skatervergangenheit zur Verfügung. Wer mehr über den Guten lesen will, gleich hier unten klicken!
"Claus Grabke im Interview zu "Deadly Bossanova"" vollständig lesen
24. March 2008
/ Kategorie: Reportagen
 Passend zum Plattenbericht von "The Golden Hour" gibt's hier jetzt noch ein kleines Schmankerl hinterher.
Denn wie Tod A. seinen Alltag überlebte und welchen Ratschlag er euch mit auf den Weg geben will, erfahrt ihr im Kurzinterview, das echoes-online mit ihm führen durfte.
"Tod A. im Interview zu Firewater's "The Golden Hour"" vollständig lesen
8. March 2007
/ Kategorie: Reportagen
 Mein schlechtes Gewissen: Hatte ich doch die Lieder der schwedischen Indie-Newcomer Friska Viljor in der Review zum wirklich fantastischen Debüt bravo! in den Bereich 'grenzenloser Optimismus' verortet, dabei – unverantwortlicherweise – die Texte außen vor gelassen, die da von allerlei Enttäuschungen usw. handeln. Gut, und dann habe ich auch noch diese Geschichte vorenthalten, die mit dem Alkohol und den kaputten Beziehungen, die erst zu dieser Band geführt haben. Das wird jetzt nachgeholt. Aber von den Songwritern Daniel Johansson und Joakim Sveningsson selbst, die in unserem Mail-Interview Frage und Antwort standen und dabei auch bestätigen, dass es natürlich voll OK ist, die Lyrics zu ignorieren und einfach zu tanzen. Na klar. Das sei auch nochmal jedem/r ans Herz gelegt, denn bravo! hat schon jetzt beste Aussichten auf die 2007er Jahresbestenlisten. Und schließlich interviewen wir auch nicht jeden!
"Embrace the cliché. Friska Viljor im Interview" vollständig lesen
2. January 2007
/ Kategorie: Reportagen
Gustav und To Roccoco Rot. Neujahr 2007. 20 Uhr, also direkt nach dem Frühstück. Das ganze in der nahezu ausverkauften Volksbühne, die mich dank Studentenausweis sogar vergünstigt hinein lässt. Leider auch zu spät, was aber eher meine Schuld ist.
Gustavs zweite halbe Stunde war aber großartig. Dieser leicht verschrobene Humor zusammen mit wunderbarem elektronischen Pop macht Spaß, auch die, die erst auf dem hoffentlich bald erscheinenden zweiten Album zu hören sein werden.
To Roccoco Rot machen auch Spaß, allerdings anders: sie machen gemütlich, lullen ein, lassen mich sanft in das Reich der Träume entgleiten. Kurz vor Ende wache ich (das kurze "im Halbschlaf Applaus geben" ausgenommen) wieder auf. Nichts bereuend, war nämlich wirklich schön.
28. July 2006
/ Kategorie: Reportagen
von Slawomir Teodorowicz
 VORAB EINE ANMERKUNG: Eine gekürzte Fassung dieses Interviews erschien in der ersten Ausgabe des österreichischen Musik-Magazins „Big Load“ ( www.bigload.at), das gut ist. Die Gründe, wieso dieses Interview nun noch einmal verbraten wird, sind folgende: um die Sommerflaute auf Echoes Online zu überbrücken, um mich nach sehr langer Zeit wieder auf dieser Seite einzubringen, weil das Interview nicht so schlecht ist, aber bislang nur den wenigen Menschen mit den richtigen Prioritäten und einem guten Geschmack vorbehalten war, die sich die erste Ausgabe des Big Load (das gut ist) zugelegt hatten (Ausgabe drei, mit den Melvins am Cover, kommt am 15. September: kaufenkaufenkaufen!), weil das Interview designtechnisch in Folge von Stümperhaftigkeit und Zeitdruck (in Folge von Stümperhaftigkeit) total verhunzt wurde.
ZUR PERSON: Bei Andreas Berger handelt es sich um einen in Wien ansässigen und vor allem über das Label Karate Joe ( www.kjrec.com) veröffentlichenden Laptop-Elektroniker, der sich auch vor Größen wie Christian Fennesz nicht zu verstecken bräuchte. Ich empfehle allen, die an elektronischer Ambient-Musik zumindest rudimentär Gefallen finden, Glims Debüt-Album „Music for Field Recordings“. Diese Platte erfüllt alle internationalen Standards. Die neue Platte „Aerial View of Model“ gefällt mir wiederum nicht mehr so gut – wobei ich mit meiner Meinung ziemlich allein auf weiter Flur bin. Andreas Berger lebt übrigens von seiner Musik und werkt nebenbei auch bei Le Charmant Rouge (PostRock mit Betonung auf Rock), Mimi Secue (PostRock mit Betonung auf Post) sowie bei Contour mit. Auch live – hierbei verstärkt improvisierend – ein wuchtiges Sit-in.
"Momentan höre ich überhaupt keine Elektronik" vollständig lesen
2. March 2006
/ Kategorie: Reportagen
'Allo 'Eidelberg! Tönt es durch den Karlstorbahnhof, bevor zusammen mit einem extrem dicht gedrängten Publikum zu "Blow" herunter gezählt wird.
Kurz zuvor aber erst einmal Petephilly & Perquisite, die zwar recht tight daher kommen und auch eine selbstbewußte Show abliefern, aber zumindest mich nicht so sehr überzeugen können. Recht durchschnittlicher, leicht intellektueller US-HipHop, hat so ein bisschen was von Jurassic 5 und birgt kaum Interessantes, Überraschendes oder Neues, zumindest fehlt mir nicht viel, als ich beim Getränkeholen kurz vor der Fußball-Leinwand stehen bleibe und zuschaue, wie Deutschland gegen Italien untergeht.
Aber zurück zur Saian Supa Crew. Diese blau-weißen, blinkenden Lichter im Hintergrund haben zusammen mit dem Nebel und der Körperhaltung der MCs etwas, was ich auf englisch creepy nennen würde. Man merkt, dass SSC in Frankreich größere Hallen gewohnt sind. Und auch mehr Mainstream. Typische "Links gegen Rechts"-Schrei-Wettbewerbe, ein "Shake your Ass"-Contest und ähnliche spielereien zeugen zusammen mit dem für solch eine Halle fast schon überdimensionierten Leuchtwerk davon.
Zwischen den Spielen gibt's einige Songs vom "Hold-Up"-Album. Roland fand das ja ziemlich phänomenal, ich hatte da so meine Bedenken. Live macht's auf jeden Fall Spaß.
Zu späterer Stunde (also 2 von 2(!)) dann das bei Rockkonzerten übliche Drumsolo. Zuerst an den Turntables, dann per Beatboxing, also aus dem Mund-Rachen-Bereich. Atemberaubend. Drei oder mehr Zugaben (der letzte Bus wartet nicht auf uns) runden das ab. Schöner Abend!
27. November 2005
/ Kategorie: Reportagen
Fortsetzung von Teil 1 und Teil 2.
Neben schlüssiger Strategie für eine gute Präsenz sind vor allem aber auch strenge Regulierungen ein wichtiger Faktor für den Sender: Gerade eben erst hat man die fünf-jahres-Lizenz erhalten, was zum ersten mal ein wenig langfristigere Planung erlaubt: ein zweites Gebäude anmieten, dort mehr Möglichkeiten zur Pre-Production aufbauen und endlich mal ein Ruhiges Büro für Richard und seine beiden Kollegen Ed Baxter und Chris Whelan.
"Interview: Resonance FM Teil 3" vollständig lesen
25. November 2005
/ Kategorie: Reportagen
 Balance, das könnte auch das generelle Stichwort für dieses Interview (Teil 1 hier) sein. Sie ist einerseits durch die Lizenz des Senders festgeschrieben, andererseits zieht sich das Leitbild eines Ausbalancierten Senderprogrammes auch durch die tägliche Arbeit des Senders.
"Interview: Resonance FM Teil 2" vollständig lesen
24. November 2005
/ Kategorie: Reportagen
 Mitten im Herzen Londons, an einer Seitenstraße der Charing Cross Road, ist das Büro (und Studio) von Resonance FM, die im Londoner Umland auf 104.4 UKW oder über einen Webstream weltweit senden. Und wenn man denn schon einmal London besucht, so liegt es fast nahe, die Denmark Street Nummer sechs aufzusuchen, ein kleines Haus inmitten von weltberühmten Musikläden, in denen schon Jimi Hendrix seine Gitarren kaufte - wahrhaft kein schlechter Ort für solch einen Radiosender.
"Interview: Resonance FM" vollständig lesen
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