Limits Of Control13. Februar 2010 / Kategorie: oder soVic Chesnutt 1964-200926. Dezember 2009 / Kategorie: oder so![]() [mp3] Vic Chesnutt - Ruby Tuesday (Stones-Cover, live mit A Silver Mt. Zion und Guy Piciotto 2007) Dass ich einmal um zwei Uhr nachts noch einen Eintrag hier verfassen muss, und dann noch so einen. Seit gestern Nacht war bekannt, dass Vic Chesnutt nach einem Selbstmordversuch im Koma liegt. Vor wenigen Stunden ist er verstorben. Vic war mir, irgendwie, ich weiß nicht genau warum, einer der wichtigsten musikalischen Begleiter der letzten Jahre; ein Konzert habe ich erleben dürfen, und es war eines der größten, bewegendsten, fragilsten. Dass diese Geschichte so endet: Wie immer hat es in der Luft gelegen, in der Lakonie, mit der Chesnutt Depression zu Musik werden ließ. Vielleicht ist es bei aller Sprachlosigkeit über diesen Tod auch darum ein ganz anderes Gefühl, dass sich da Bahn bricht: Danke, Vic, für's Durchhalten, danke für's Mitnehmen. Das erstmal, vielleicht bald mehr an anderer Stelle, oder auch nicht. DVD: This Is Spinal Tap. 25th Anniversary Edition (Rob Reiner)16. Dezember 2009 / Kategorie: oder soIm Kino: Hilde (Kai Wessel)15. März 2009 / Kategorie: oder so"Im Kino: Hilde (Kai Wessel)" vollständig lesen Songs des Jahres - Ausgewählt von Steffen Greiner, Teil III4. Januar 2009 / Kategorie: oder so So, zum letzten Teil noch eine kurze Auflistung dessen, was sicherlich einen Platz gefunden hätte, hätte ich mal reingehört. So liegen diese vielen tollen Platten auf Halde bei mir rum und warten auf den Tag, der wie für genau sie gemacht scheint, als da wären, z.B.: Natürlich Sigur Rós (an die ich wie immer hohe Erwartungen habe), Death Cab For Cutie, A Silver Mt. Zion, Foals, TV On The Radio, die großartige Gustav, Vic Chesnutt undsoweiter. Tut mir wirklich Leid um diese Facetten der Liste, aber ihre Zeit in meinem Leben war einfach noch nicht da. Genug Stoff, um einen dritten Teil der Songs des Jahres, diesmal aus dem Herbst und Winter, zu füllen, hat sich aber auch so gefunden, und sicher nicht der schlechteste. Verweise: Hier zum ersten, hier zum zweiten Teil!"Songs des Jahres - Ausgewählt von Steffen Greiner, Teil III" vollständig lesen Songs des Jahres - Ausgewählt von Steffen Greiner, Teil II1. Januar 2009 / Kategorie: oder so Gestern die Songs der Monate Januar bis April, hier nun, was mir im Sommer im Kopf herumschwirrte. Und das war einiges und vor allem: Exzellentes. Viel Spaß beim Erinnern, Reflektieren, vielleicht Wundern und meinetwegen Ärgern. Und natürlich ein frohes, glückliches neues Jahr 2009! (Und - hier zum Teil 3!)"Songs des Jahres - Ausgewählt von Steffen Greiner, Teil II" vollständig lesen Songs des Jahres - Ausgewählt von Steffen Greiner, Teil I31. Dezember 2008 / Kategorie: oder so Kein Kommentar zum Jahr: Da kann ich nur hoffen, dass 2009 mir besser gewogen sein wird. (Schaltjahre, wurde mir zugetragen, brächten ohnehin niemandem wirklich Glück.) Musikalisch kennzeichnend war für 2008 hingegen vor allem das Ende der Trends: Ein wirklicher Sound des Jahres lässt sich nicht mehr ausmachen. Keine New-Wave-Renaissance, keine Bandkollektiv-Bewegung, keine Freak-Folk-Szene, nicht mal eine außerplanmäßige Mainstreamisierung wie die der osteuropäischen Musik im letzten Jahr. Sicher, wir sind elektronischer geworden, aber vor allem offener, vielfältiger, überraschender. Spannender, aber auch beliebiger. Ohne weitere große Worte und Predigten jetzt, damit wir’s endgültig hinter uns haben: Der Songs des Jahres erster Teil = Frühjahr, gänzlich subjektiv ausgewählt von Steffen Greiner. (Und hier gehts zum zweiten Teil, hier zum dritten)"Songs des Jahres - Ausgewählt von Steffen Greiner, Teil I" vollständig lesen No Music Day 200821. November 2008 / Kategorie: oder so![]() [...] I began to suspect that my problem lay not so much with the music as the form in which all music now seems to exist. Almost every piece of recorded music since recorded music began 110 years ago is just a click away. And once we have got it we can listen to it where and whenever we want. We can have this non-stop soundtrack as we sit on the bus, do the shopping, go on holiday. And whether it's music from Bali, Bach's Cantatas or the latest R&B, the experience is somehow the same. Yeah, I know we have had Walkmans for 20-odd years, but back then it seemed liberating; now it seems constricting. It has nothing to do with the genre and everything to do with the fact that it's just there on tap. Maybe I want music that is to do with place and time and occasion; music that we can only ever hear if we travel to one specific place at one special time. This does not mean Pink Floyd at Live8. [...] I decided I needed a day I could set aside to listen to no music whatsoever. Instead, I would be thinking about what I wanted and what I didn't want from music. Not to blindly - or should that be deafly - consume what was on offer. A day where I could develop ideas. This day I would call No Music Day. Der Erfinder des No Music Day - und KLF-Gründer, Geldverbrenner, Autor und Avant-Legende - Bill Drummond im Guardian vom 15.10.2006 Im Fez Club: Figli Di Madre Ignota & Garth Carthwright26. Oktober 2008 / Kategorie: oder so Da nun bei uns schon eine ganze Weile nichts mehr zu hören war von einschlägigen Bands und Labels, hier ein kleiner Rundumschlag in Sachen Balkan-Trend. So hat es mich ja durchaus erfreut, dass seit einiger Zeit Garth Cartwrights Princes Amongst Men auf deutsch erhältlich ist, bei hannibal und unter dem Titel Balkan-Blues und Blaskapellen. Das Original erschien 2005, seitdem hat sich die Zahl der Nationen auf der Balkan-Halbinsel gefühlt verdoppelt, nicht allzu viel geändert hat sich hingegen am Status der Protagonisten. Natürlich geht es um Musik, um viel Musik, um tolle Musik, um Begegnungen mit Fanfare Ciocarlia, Ezma Redzepova, den Taraf de Haidouk, um die Pionierarbeiten von Labels wie Asphalt Tango und das Festival von Guca. Cartwrights Buch funktioniert wunderbar und überaus unterhaltsam als Kompendium zur aktuellen Balkan-Musik, zumindest zu der, die im westlichen Europa angekommen ist, was sich ja auf Folklore rather than Manele bezieht. Aber Cartwright interessiert sich vor allem für der Realität des Lebens der Roma-Musiker, dafür, wie KAL und Jony Iliev zwischen ausverkauften Touren im Westen ihren Alltag bestreiten. Und das ist oftmals keine schöne Geschichte, denn Rassismus und Ausgrenzung durch Politik und Nachbarn sind nicht mit EU-Beitritten zu besiegen. Der Neuseeländer schafft es dabei, gerade durch die Thematisierung von Stereotypen, mit dem Vermeiden von Weichzeichnung zu Gunsten der political correctness, den Roma eine Stimme zu geben, die mehr und vielschichtiger erzählt als die schlimmen Statistiken oder die bunten Märchen. Seine Einblicke hinterlassen dabei nie den Eindruck, Klischees zu bestätigen, neue zu schaffen oder letztendlich mehr zu sein, als die Beobachtungen und Gedanken eines Balkan-Fans auf einer Reise mit und zu Roma-Musikern in Großstädten, Ghettos und im Niemandsland Serbiens, Mazedoniens, Rumäniens und Bulgariens. Sehr empfehlenswert! Im Ansatz vergleichbar sind die Herren wohl besser mit Gogol Bordello als mit Fanfare Ciocarlia und Boban Markovic. Deren Intensität dann auch nie so ganz erreicht wird. Dennoch: Wer einmal angefangen hat, hierzu zu tanzen, wird bis zum letzten Stück nicht mehr aufhören können. Mit oder ohne Bier. Und dann ist da ja noch dieses obskure Klezmer-Freakout Sandoman, das von einer Balkan-Zirkuskapelle namens Circus Contraption gespielt wird. Die stammt nicht aus Skopje oder Stara Sagora, sondern: Seattle. Aber das ist nun wirklich eine ganz andere Geschichte… Arthur C. Clarke. 1917-200820. März 2008 / Kategorie: oder soSzene aus Stanley Kubricks 2001 - A Space Odyssey (1968), nach Idee und Drehbuch von Arthur C. Clarke Max Ophüls Preis 2008: "Stiller Frühling"19. Januar 2008 / Kategorie: oder so![]() Regie: Nico Sommer; Spielfilm; Deutschland 2008 Wo, das lässt sich mittlerweile feststellen, der Hauptwettbewerb stagniert ist, der in diesem Jahr kein wirklich herausragendes Werk beschert hat, ist den Kuratoren mit der Einführung des Preises für mittellange Filme ein eindeutiger Coup gelungen: Mutige, innovative, vespielte Produktionen aus allen Bereichen lassen sich hier finden, thematisch sehr breit gefächert zwischen Plattenhändler-Komödie, Diktatur-Kammerspiel und Texas-Doku, zeitlich begrenzt auf eine Spielzeit zwischen 30 und 60 Minuten, Werke also, die aus dem Rahmen dessen fallen, was im Kino so üblich ist. Aber so Nachwuchsfilmern die Chance zu einer freien künstlerische Gestaltung jenseits der Verwertungsschemen geben. Richtig gut gefallen hat mir dabei Stiller Frühling von Nico Sommer, aus dem großartigen Genre Fake-Doku. Entstanden an der Kunsthochschule Kassel erzählen die 49 Minuten von Sebastian, 21.
"Max Ophüls Preis 2008: "Stiller Frühling"" vollständig lesen Max Ophüls Preis 2008: "Die Tränen Meiner Mutter"18. Januar 2008 / Kategorie: oder so![]() Regie: Alejandro Cardenas-Amelio; Spielfilm; Deutschland 2008 Ein junges Kino, dass sich als Kommentar zur gesellschaftlichen Lage versteht und verstehen muss, kann eigentlich nur in einer Farbe malen: Dunkelblau, fast schwarz. Seit Jahren dominieren so den Wettbewerb um den Max Ophüls Preis die bisweilen innerlich zerissenen Regenfilme. Borderline-Persönlichkeiten, Beziehungsunfähigkeit, Migration, soziales Elend, Gewalt in der Ehe, schwierige Konstellationen allenthalben. In diesem Jahr galt im Vorfeld ein Drama über Sterbehilfe als Mitfavorit: Hello Goodbye, vom schweizer Regisseur Stefan Jäger. Bittere Realitäten, schonungslos umgesetzt. Mit etwas Ironie und Leichtigkeit bei aller Melancholie setzt sich hingegen Alejandro Cardenas-Amelio in Die Tränen Meiner Mutter mit einem Stück Zeitgeschichte auseinander und zeigt, wie die großen Umstände das einzelne Leben prägen.
"Max Ophüls Preis 2008: "Die Tränen Meiner Mutter"" vollständig lesen Max Ophüls Preis 2008: "Shake The Devil Off"17. Januar 2008 / Kategorie: oder so![]() Regie: Peter Entell; Dokumentarfilm; Schweiz 2007 Ist das schon im zweistelligen Bereich, was sich da um mich rum tummelt an Publikum? Nun, die beste Festivallaune will sich da nicht einstellen bei der Deutschlandpremiere (im Rahmen der Reihe 'Spektrum') eines Dokumentarfilms von Peter Entell, der zumal leider verhindert ist und sich nicht der üblichen Diskussion mit dem Publikum stellen kann. Dafür: Schon ab der ersten Sekunde ist bei Shake The Devil Off klar, dass dieser Film alle Aufmerksamkeit verdient. Nicht nur aus filmästhetischen Maßstäben, sondern: überhaupt. Nicht umsonst gilt der schweizerischen Produktion eine Oscar-Nominierung im Bereich Dokumentarfilm als möglich.New Orleans nach dem Sturm: Eine Stadt muss wieder aufstehen, wieder leben lernen in den Trümmern. Längst auch Klischeebild? Die lebensfrohen Erben der Sklaven, die den Jazz nicht verlernt haben? Sicher. Aber es scheint was dran zu sein, glaubt man Shake The Devil Off. Schauplatz ist die Kirchengemeinde Saint Augustine, eine arme, kleine katholische Gemeinschaft in einer verarmten Umgebung, mit einer historischen Besonderheit: Hier saßen zum ersten Mal Schwarze Sklaven, freie nicht-Weiße Menschen und Weiße im gemeinsamen Gebet beisammen, eine symbolträchtige Stätte, nicht zuletzt eine Wiege des Jazz. Heute leitet hier Father Jerome LeDoux die Messe für eine kleine, aber engagierte Schar von Gläubigen. LeDoux: Während Katrina wütete, blieb er in seiner Gemeinde, er wurde zum Symbol für Durchhaltewillen und zu einem spirituellen Eckpfeiler des neuen Stadtmythos. "Max Ophüls Preis 2008: "Shake The Devil Off"" vollständig lesen Max Ophüls Preis 2008: "Der Pfad des Kriegers"17. Januar 2008 / Kategorie: oder so![]() Bucb & Regie: Andreas Pichler; Dokumentarfilm; Deutschland / Schweiz / Italien 2007 Es ist schon ein paar Jahre her, irgendwann zwischen 9/11 und heute war es, da fiel dem Dokumentarfilmer Andreas Pichler mitten im immer drängenderen Geschrei um islamischen Terrorismus aus dem Bürgertum eine Geschichte ein: Er erinnerte sich an einen Jugendfreund, Michael Nothdurfter, seinen Jungscharleiter in der Südtiroler Provinz, Anfang der Achtziger. Michael war wohl etwas älter, er zog nach London, um sein Theologiestudium aufzunehmen, Andreas verliert in aus den Augen. Aber was da zu ihm dringt, erscheint sehr fremd: Michael Nothdurfter schließt sich den Jesuiten an, missioniert in Bolivien, fängt Feuer an der Theologie der Befreiung. Schließlich stirbt er in La Paz: Polizisten des bolivianischen Regime richten ein Blutbad, als sie versuchen, eine Geisel zu befreien: Commandante Miguel, wie der Südtiroler sich zum Schluss nannte, hatte, beseelt vom Heiligen Geist ebenso wie vom Marxismus, den Chef der lokalen Dependance von Coca Cola entführt. "Max Ophüls Preis 2008: "Der Pfad des Kriegers"" vollständig lesen Schwarz-Weißer Indie-Rock22. Oktober 2007 / Kategorie: oder so
Eine Portion Theorie liefert der Musikjournalist Sasha Frere-Jones in der heute erscheinenden Ausgabe des New Yorker. Unter dem Titel A Paler Shade Of White fragt sich Frere-Jones, ausgehend von einer Betrachtung der Pop-Historie sowie eigenen Erfahrungen in der all-white Funk-Band Ui, wohin eigentlich der Schwarze Einfluss im (wie immer undefinierten) Bereich 'Indie' verschwunden ist.
Das Fazit seines sehr informierten Essays: The most important reason for the decline of musical miscegenation, however, is social progress. Black musicians are now as visible and as influential as white ones. [...] The Internet, by democratizing access to music—anybody, anywhere can post or download a song on MySpace—has also made individual genres less significant. Pop music is no longer made of just a few musical traditions; it’s a profusion of strands, most of which don’t intersect, except, perhaps, when listeners click “shuffle” on their iPods. [...]The uneasy, and sometimes inappropriate, borrowings and imitations that set rock and roll in motion gave popular music a heat and an intensity that can’t be duplicated today, and the loss isn’t just musical; it’s also about risk. Rock and roll was never a synonym for a polite handshake. If you’ve forgotten where the term came from, look it up. There’s a reason the lights were off. Wobei die Frage zu stellen wäre, warum die Betrachtung kaum über die rein musikalisch-ästhetische Bewertung des Indie-Rocks als langweilig und monoton hinausgeht, dabei eine tatsächlich politische Erkenntnis unterschlägt, die abseits aller Aneignungsdiskussionen (die in diesem Text nicht aufgenommen werden, wo Weiße Aneignung von Blackness unhinterfragt positiv gesehen wird) eine nahezu erdrückende Übermacht Weißer Männer (die über Weiße Männerthemen singen) im Indie-Genre feststellen und entsprechend kritisch beurteilen dürfte. Aber dafür gibt’s ja zum Beispiel auch immer wieder gerne – uns.
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